
38 Harteveld Rare Books Ltd., CH-1700 Fribourg
(inkl. d. grosse gefaltete ‘Charte von Pündtner-Land), (for
a total of 32 plates, incl. the 3 maps), gest. heraldischer
Ex-Libris ‘Ex Bibliotheca Sam. Friderici med. Doct.
Tobiniens’, original Halblederbände mit Ecken, Rücken
auf 5 Bünden, Titel und Bandnummer-Schildchen.
Buchdeckeln mit schönem Buntpapier, identisch mit den
Vorsätzen, insgesamt sehr schönes und frisches Exemplar.
HRB 86024 7500.-
Der erste Teil von Scheuchzers Werk ist eine vom Winterthurer
J.G. Sulzer (1720-1779) besorgte Überarbeitung der zwischen
1706-1708 erstmals in drei Teilen erschienenen “Beschreibung
der Natur-Geschichten des Schweizerlandes”. Der zweite, mit
eigenem Titelblatt versehene Teil ist die erstmalige deutsche
Übertragung von Scheuchzers “Ouresiphoites Helveticus”, sive
itinera regiones facta (1702-1711), ebenfalls von J.G. Sulzer
besorgt. Mit Ausnahme von 1708 hatte Scheuchzer alljährlich
zwischen 1702 und 1711 grössere, von der Obrigkeit unter-
stützte Reisen, meist in Begleitung von Freunden und Schülern
unternommen. Dabei erforschte er als erster die Schweizer
Alpen systematisch und wurde damit zu einem Pionier der
Geologie, der Paläontologie sowie der Glaziologie der Schweiz.
Scheuchzer war neben Konrad Gessner und Albrecht von Haller
der bedeutendste Universalgelehrte, den die Schweiz hatte.
Mit ihren historischen Angaben bildete diese Ausgabe nebst
Tschudis Chronik eine der wichtigsten Quellen für Schillers
“Wilhelm Tell”. Unter den Kupferstichen sind hervorzuheben
die Innenansicht einer Alp-Käserei, die Ansicht einer totalen
Sonnennsternis, Abbildungen von Mineralien und Versteine-
rungen, sowie Tafeln u. a. von Bad Pfäfers, St. Gotthard usw.
“Eine wahre Fundgrube für die Geschichte des Schweizervolkes.
Scheuchzer schöpfte ebenso sehr aus einer grossartigen Belesen-
heit als auch aus der Anschauung. Er verwirft Gespenster, glaubt
nicht an Himmelszeichen, erklärt die Irrwische natürlich, darin
liegt auch sein Fortschritt gegenüber Wagners Historia naturalis
Helvetiae curiosa. . . Bei ihm ndet sich die erste Beschreibung
des Sennen und seiner Arbeit, des Gemsjägers, des Wildheuers,
der Lawinen, alter Erdbeben. Er preist die Bergreisen als gesund,
gibt eine Erklärung des Heimwehs, “über welche Nationalkrank-
heit sich das Ausland belustigt”. (Feller/Bonjour 508). Kollation:
Band I: 16 S. (Titelblatt in rot u. schwarz mit gest. Vignette,
Vorrede) + 486 S. + 1 Bl. (Zusätze und Verbesserungen, Druck-
fehler), (2 Blatt: Kupfererklärung für Tab. II. & Tab. III & IV,
geb. zwischen S. 60-61 und S. 84-85) + 19 Kupfertafeln (num.
1 - XVIII + Tafel Va = Falttafel.: Bäder v. Pfäffers, gest. v. Joh.
Georg Seiler) (les planches ont été gravés par J. Meyer, J.-M.
Fuessli, J.-G. Seiler ou non signées) / Band II: 4 Bl. ( Titelbl.
mit gest. Vignette, Vorrede) + 381 S. (+ 1 S. Druck-Fehler)
+ 1 Bl. (Bericht) + 9 Kupfertafeln + 3 gef. Karten (u.a. der
grosse ‘Charte vom Pündtner-Land’) (gravées pour la plupart
par J.-M. Fuesslin); (T. III:) 44 S.; (T. IV:) 71 S. (+ 1 Inhalt)
+ 1 Kupfertafel (Reiss-Barometer). Die Bündnerkarte ‘Charte
vom Pündtner-Land’ zu pag. 258 in Band II fehlt sehr oft, ist
hier aber in einem sauber gefalteten Exemplar miteingebun-
den. (Notiz vom Verleger: NB. Diese Charte ist in der ersten
Edition nicht zu nden und hier zur Erläuterung dieser Berg-
Reise beygefügt worden). Perret 3945 (avec la collation de la
1ère édition en 3 volumes); Wäber 32; cf. Haller I, 955; Barth
17217; Nissen ZBI 3658; Lonchamp 2645 (collation erronée).
140. SCHEUCHZER, Johann Jacob (1684-1738):
Natur-Historie des Schweizerlandes. Zweyte und verbes-
serte Auage. 3 Teile in 3 Bänden. Zürich, bey Heidegger
und Comp., 1752, kl. in-4to, Komplett mit 2 gest. Front.
und 32 (10 gefalt., davon 1 mit gr. Klappteil) Kupferta-
feln. Bd. 1: IV + 268 S. + 2 Bl. Register / Bd. 2: VIII +
480 S. + 4 Bl. Register / Bd. 3: VIII + 336 S., Halbleder
der Zeit mit Lederecken und Rückenschildchen, Buch-
deckel mit Schabspuren, sonst sehr schönes Exemplar.
HRB 89380 12500.-
Sehr seltene zweite Ausgabe, erstmals 1716-18 erschienen.
Grundlegendes Werk zur Schweizer Naturgeschichte von einem
der bedeutendsten Schweizer Universalgelehrten. Das Werk ist
eine systematische Ausarbeitung der von 1706 bis 1708 in wö-
chentlichen Lieferungen erschienenen
‘Beschreibungen der Naturgeschichten
des Schweitzerlandes’. Enthält in drei
Teilen: 1. Beschreibung der Elemente
- Grenzen und Bergen. Mit Plan des
Urnersees sowie Ansicht des Fleckens
Plur mit dem grossen Klappteil (‘nach
dem Bergsturz’) die teilweise auch im
Tafelverzeichnis als 2 Blätter gezählt
werden. -2. Beschreibung der Seen,
Flüssen, Brünnen, warmen und kalten
Bädern und andern Mineral-Wassern.
Mit 12 num. Kupfern auf 9 (7 gefalt.)
Tafeln. Ansichten von Pfäffers, schöner
Prospekt des Rheinfalls von Schaffhau-
sen, bernische Salzwerke zu Bevieux
(Bex) etc. etc. -3. Beschreibung der
Luft-Geschichten, Steinen, Metallen und
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